Unsere Reise durch den Iran Part 2

von | Feb 6, 2019 | Blog | 0 Kommentare

[:de]Zurück im Iran stand unser Auto zu unserer Erleichterung tatsächlich unberührt an dem Ort, an dem wir es zehn Tage vorher abgestellt hatten. Da ich schon 24h vor Luca in Teheran war, wurde mir die Ehre zu teil ihn am nächsten Tag um 5 Uhr in aller herrgottsfrüh am Flughafen abzuholen. Zeit zum Ausschlafen war dann aber natürlich trotzdem nicht, da wir uns vorgenommen hatten schnellst möglich den letzten Behördengang unserer Reise hinter uns zu bringen. Gesagt, getan, so machten wir uns direkt auf den Weg zum indischen Visa Application Center, wo uns keine böse Überraschung erwarten sollte und die Beantragung reibungslos über die Bühne ging. Es war uns sogar möglich eine Zustelladresse eines Bekannten aus Kerman anzugeben, was uns eine spätere Rückfahrt nach Teheran ersparen sollte.

Nachdem uns jetzt nichts mehr in der Hauptstadt hielt, konnten wir uns endlich aufmachen, um den Rest des so bezaubernden Landes zu erkunden. Das erste Ziel stand natürlich schon fest. Es sollte in den Westen des Irans an die Grenze zum Irak gehen, in eine Region, die regelmäßig unter massiven Erdbeben zu leiden hat.

Hamid setzte uns mit Sharam, einem Mitte dreißig Jährigen Kurden, der schon 10 Jahre in Norwegen gelebt hatte, in Kontakt, sodass wir auch hier in den Genuss kommen konnten bei Locals zu wohnen. Trotz der erschütternden Situation in der sich die Stadt befindet mit all den halb zerstörten Häusern und den auf fast allen freien Flächen stehenden Zelten, sollte unsere Zeit in Sarpol mit zur schönsten unserer bisherigen Reise werden. Neben den zwei Spenden, die wir vor Ort durchführen konnten (Schule, Fußballmannschaft), bleibt uns vor allen das Zusammenleben mit der Familie inclusive Franky, einem engen Freund unseres Gastgebers, der vorübergehend mit im Haus wohnte, in Erinnerung, das von einer solchen Herzlichkeit und Freude geprägt war, dass es wirklich schwer viel sich nach nur sechs Tagen schon wieder Lebewohl sagen zu müssen.

Im Anschluss daran standen ein paar vollgepackte Touri-Tage in Shiraz, Persepolis, Pasargad und Yazd auf dem Programm wofür wir zunächst eine Strecke von etwas mehr als 1.000 km zum ersten Ziel zurücklegen mussten. Auf halbem Wege wollten wir an einer abgelegenen Straße unser Nachtlager aufschlagen, wobei wir die Rechnung mal wieder ohne die örtliche Polizei gemacht hatten. Nach weniger als einer Stunde standen nämlich die ersten bewaffneten Zivilpolizisten vor der Tür, um uns klar zu machen, dass es hier zu gefährlich sei. Nach einer langwierigen Passkontrolle und gefühlt hundert Erklärungsversuchen, dass uns das alles egal wäre und wir einfach nur schlafen wollen, blieb uns nichts anderes übrig, als mitzukommen und die eh nur noch kurze Nacht vor der Wache zu verbringen. Widerstand ist hier leider zwecklos, wobei es die Leute ja eigentlich nur gut mit uns meinten.

Die nächsten Tage waren dafür umso schöner. Die imposanten, teilweise über 2.500 Jahre alten persischen Bauten bzw. Überreste ehemaliger Palastanlagen und der gleichen ließen uns nicht selten sprachlos werden. Das Achämeniden-Reich zum Beispiel, das sich vor zweieinhalb Jahrtausenden vom heutigen Pakistan bis ans Mittelmeer erstreckte, gilt heute als eine der ersten Hochkulturen, wobei die Geschicke des Reiches von Persepolis bzw. Pasargad aus geführt wurden. Während dort das Wissen der indischen Völker, des alten Griechenlands sowie aus Ägypten zusammengeflossen ist, hat in Deutschland noch jede Sippe für sich im Wald gelebt.

Wer den Wüstenplaneten Tatooine aus Star Wars kennt, der kann sich ungefähr vorstellen, wie das Stadtzentrum von Yazd aussieht. Wer hier auf einer der Dachterrassen einen Cay Tee schlürft und den Blick über die Kuppelbauten aus Lehm schweifen lässt, fühlt sich direkt hineinversetzt in eines der Märchen aus 1001 Nacht. Es war wirklich großartig!

Von Yazd aus in die nahegelegene Wüste war der Weg dann auch nicht mehr weit. Zunächst war geplant, dass ich endlich mal fliegen gehen sollte, außerdem wollten wir uns Quads ausleihen, um mit ihnen über die Dünen zu brettern. Aus beidem wurde natürlich nichts. Die extrem windigen Bedingungen durchkreuzten den Plan des Fliegens und die Quads waren ganz einfach nicht fahrtauglich. Bei den einen war das Getriebe kaputt, bei den andern lief der Motor nicht rund. Wir ließen uns dadurch aber nicht die Laune verderben und machten wie immer das Beste draus. Nachdem wir uns den ganzen Tag durch die unendlichen Weiten der Wüste gekämpft hatten, war es an diesem Abend das erste Mal auf unserer Reise soweit und wir kochten im Auto.  Am nächsten Morgen bestiegen wir noch eine nahegelegene Felsformation, um das atemberaubende Panorama nochmal aufsaugen zu können.

Den letzten Halt auf unserer Reise durch den Iran sollte Jiroft darstellen. Über einen kurzen Zwischenstopp in Kerman, wo wir planmäßig unsere Reisepässe mit dem indischen Visum aufgabeln konnten, ging es in die etwa drei Stunden südlich gelegene Ortschaft. In diesen etwas abgelegenen Winkel des Landes hat es uns natürlich nicht grundlos verschlagen. Auch diese Region ist von großer Armut gezeichnet, weswegen wir uns darum bemühten vor Ort im Namen von Travel for Smiles tätig zu werden. Am Ende haben wir auch hier wieder für ein paar Lächeln gesorgt und konnten mit einem guten Gefühl Richtung Pakistan aufbrechen.

Ein letztes Highlight hatte der Iran aber noch für uns. Nachdem wir uns mit den letzten Tropfen Diesel im Tank gerade noch so durch die Wüste gekämpft hatten, erzählte uns ein Belutsche von einer etwa 80 km entfernen Tankstelle, an der Ausländer kostenlos tanken könnten. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen und fuhren ihm und seinem Tanklaster bis zu besagtem Ort hinterher. Zu unserem Erstaunen hing an der Tankstelle tatsächlich ein Schild mit der Aufschrift „Free fuel to foreign tourist cars, Dear Guests, Dear Iran“. Wir ließen uns dann natürlich nicht lumpen und machten neben unserem Tank noch alle drei zwanzig Liter Reservekanister voll, sodass wir insgesamt 140 Liter Sprit für Lau tanken konnten.

Was für ein Ende einer wunderbaren Zeit![:en]Translation to English by Mila T. <3

Back in Iran, to our relief, our car was actually untouched at the place where we had parked it ten days before. Since I was in Tehran 24h before Luca, I had the honor of picking him up the next day at 5 o’clock in the morning at the airport. Of course, there was no time to sleep in, as we had planned to get through the last official tour of our journey as quickly as possible. So, we made our way directly to the Indian Visa Application Center, where we faced no nasty surprises and the application went smoothly. It was even possible for us to specify a delivery address of a friend from Kerman, which should save us a subsequent return to Tehran later on.

With nothing left to do in the capital, we were finally able to set out to explore the rest of this enchanting land. Of course, the first goal was already set. We wanted go to the west of Iran to the border with Iraq, a region that regularly suffers from massive earthquakes.

Hamid put us in contact with Sharam, a middle-aged Kurd who had lived in Norway for 10 years, so we could enjoy living with locals here as well. Despite the distressing situation of the city with all the half-ruined houses and tents standing on almost all open spaces, our time in Sarpol should be the nicest of our trip to date. In addition to the two donations that we were able to make on the spot (School, Footballteam), we especially cherish the communal life with the family, including Franky, a close friend of our host, who lived temporarily in the house, that brought us such warmth and joy, it was really hard to say goodbye after only six days.

Afterwards, a couple of packed touristy days in Shiraz, Persepolis, Pasargad and Yazd were on the program for which we first had to cover a distance of more than 1,000 km to the first destination. Halfway, we wanted to set up our camp on a remote road, where we once again hadn’t reckoned with the local police. After less than an hour, the first armed plainclothes police arrived to tell us it was too dangerous. After a lengthy passport control and what felt like a hundred attempts to explain that we didn’t mind and we just wanted to sleep, we had no choice but to go with them and spend a rather short night in front of the guardhouse. Unfortunately, resistance is pointless here, although people actually only meant well with us.

The next days made up for it. The imposing Persian buildings, some of them more than 2,500 years old, or the remains of former palaces left us speechless. For example, the Achaemenid Empire that stretched from present-day Pakistan to the Mediterranean two and a half millennia ago is considered one of the first advanced civilizations, with the fortunes of the empire ruling from Persepolis and Pasargad, respectively. While there,the knowledge of the Indian peoples, the old Greece as well as from Egypt merged together, in Germany still every clan lived for itself in the forests.

If you know the desert planet Tatooine from Star Wars, you can imagine what the city center of Yazd looks like. Anyone who sips a cay tea here on one of the roof terraces and lets their gaze wander over the dome buildings made of clay, feels directly immersed in one of the fairy tales from 1001 Nights. It was really great!

The travel from Yazd to the nearby desert wasn’t long. At first it was planned that I should finally go flying, in addition we wanted to rent Quads to ride with them over the dunes. Of course, none of that happened. The extremely windy conditions thwarted the plan of flying and the quads were simply not fit to drive. For some, the transmission was broken, for the others, the engine did not run smoothly. But we did not spoil the mood and made the best of it as always. After fighting our way through the vast expanses of the desert all day long, for the first time on our trip, we cooked in the car that evening. The next morning we climbed a nearby rock formation to take in the breathtaking panorama again.

The last stop on our journey through Iran was Jiroft. After a short stopover in Kerman, where we picked up our passports with the Indian visa on schedule, we went to the village about three hours south. Of course, it was not without reason that we ended up in this somewhat remote corner of the country. This region is also marked by great poverty, which is why we made an effort to work locally on behalf of Travel for Smiles.  In the end, we again shared a few smiles and could leave with a good feeling towards Pakistan.

But Iran had one last highlight for us. After we had just fought our way through the desert with the last drops of diesel in the tank, a Baluch told us about a 80 km away gas station, where foreigners could refuel for free. Of course we did not want to miss that and followed him and his tanker truck to the place mentioned. To our astonishment, the gas station actually had a sign reading „Free fuel to foreign tourist cars, Dear Guests, Dear Iran“. Of course, we didn’t need a second invitation and filled our tank and all three twenty liters of reserve canisters, so that we could fill up a total of 140 liters of fuel for free. What an end to a wonderful time![:]

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