Tag 7 – Tag 13: Großes Landing und eine neue Aufgabe

von | Nov 5, 2018 | Blog, Freiwilligen Arbeit | 0 Kommentare

[:de]Den Sonntag und damit unseren eigentlich ersten freien Tag hier auf der Insel verbrachten wir in der Umgebung Chios Stadt, da wir uns für die „on Call“-Teams eingetragen hatten und damit jederzeit zu einem Landing gerufen werden konnten. Nachmittags fuhren wir gemeinsam mit einem anderen Volunteer in eine circa 20 Minuten entfernte Bucht zum Baden und auf dem Rückweg machten wir in der kleinen Ortschaft Pyrgi halt. Pyrgi ist ein sehr schönes altes Städtchen, das seinen ganz eigenen Charm hat und da wir direkt dran vorbei mussten, ließen wir es uns nicht nehmen dort ein Eis zu essen. Alles in allem war es ein sehr erholsamer Sonntag. Wir werden euch am Ende unseres dreiwöchigen Chios Aufenthalts in einem eigenen Blog einen kleinen Eindruck von der Insel vermitteln und dabei ausführlich über unsere drei freien Sonntage berichten.

Die Arbeitswoche war besonders durch drei Ereignisse geprägt. Am Dienstag waren wir mal wieder für das „On Call“-Team eingetragen und erhielten völlig unerwartet gleich in der Früh um 9:40 den Alarm für ein Landing. Ein französisches Schiff der FRONTEX hatte zwischen Samos und Chios ein kleines Boot mit 67 Personen aufgegriffen und war auf dem Weg zum Hafen von Chios. Das mit uns eingeteilte Team von 8 Personen eilte zum Ankunftsort des FRONTEX Schiffes und traf alle nötigen Vorbereitungen, um die Flüchtlinge nach ihrer Ankunft bestmöglich versorgen zu können. Das Schiff mit den aufgegriffenen Flüchtlingen lies zwar 1,5h auf sich warten, weil die Anfahrt äußerst weit war, aber glücklicherweise stellte sich beim Eintreffen der Flüchtlinge heraus, dass sie großes Glück hatten und sie die Überfahrt bis auf ein paar nasser Füße unversehrt überstanden hatten. Das Verteilen der Klamotten und Lebensmittel verlief reibungslos und die 35 Kinder sorgten durch ihr aufgewecktes Benehmen schnell für gute Laune. Unter ihnen waren ein erst 27 Tage altes und ein weiteres erst 3 Monate altes Baby. Durch die hohe Anzahl der Neuankömmlinge musste der Bus, der die Flüchtlinge zur Registrierung ins Camp bringt, drei Mal fahren. Da eine Hin- und Rückfahrt insgesamt über eine Stunde dauert, entschied der Busfahrer nach zwei Fahrten seine Mittagspause einzulegen. Zudem wurden wir darüber informiert, dass die restlichen Flüchtlinge auf Grund ihrer späteren Ankunft im Camp bis zum nächsten Tag kein Essen mehr erhalten würden.
Das brachte uns zu der Entscheidung, für die noch ausharrenden Neuankömmlinge, im Namen von Travel for Smiles drei Riesenpizzen zu besorgen, damit unsere Gäste nicht hungrig ins Bett gehen müssen. Über diese Spende wird im Blog „MEHR LÄCHELN FÜR CHIOS“ noch ausführlicher berichtet. Nach der Mittagspause kam der Bus mehr als zuverlässig sogar 15 Minuten vor der Zeit, sodass dann endlich alle zur Registrierung im Camp waren und wir damit anfangen konnten, das Lager wieder auf die gewünschte Menge an Verpflegung und Klamotten aufzustocken. Das Landing mit Vor- und Nachbereitung dauerte schlussendlich ganze 8 Stunden, was dazu führte, dass für uns nach dem wiederauffüllen der Bestände Feierabend war. Natürlich blieben wir bis zum nächsten Morgen um 8:30 Uhr weiterhin auf Abruf im „on Call“-Team. Der Rest der 24h Schicht verlief aber zum Glück ruhig und ohne Vorfall.

Eine sehr richtungsweisende Entscheidung stand am Mittwochnachmittag an, als wir uns mit Toula zusammensetzten, um zu entscheiden, ob wir die neue Internetseite von CESRT entwerfen und mit Inhalten füllen sollen. Da wir im Moment genug Volunteers sind, um alle Projekte am Laufen zu halten und ihr natürlich klar war, wie wichtig eine gute und aktuelle Internetseite ist, waren wir uns sehr schnell einig, dass die alte schleunigst auf Vordermann gebracht werden musste. Um den Plan schnellstmöglich in die Tat umsetzen zu können, fuhren wir am Donnerstag nach der morgendlichen Besprechung ins Language Center, da man dort Zugriff auf das Internet hat. Luca verbrachte den gesamten Vormittag damit ein geeignetes Layout zu finden und ich versuchte die ersten wichtigen Informationen zum Füllen der Seite zusammenzusuchen. Der Tag verlief äußerst erfolgreich, sodass abends die Struktur der Internetseite fertig war und wir wussten, wen es bezüglich welchen Themas anzusprechen galt. Der Freitag hielt für uns eine große Überraschung bereit, die uns auch am Samstag noch beschäftigen sollte, weswegen wir erst am Montag an der Internetseite weiterarbeiten können und uns daher ranhalten dürfen, um noch rechtzeitig vor unserer Abfahrt fertig zu werden.

Die Überraschung, die am Freitag auf uns zukam, bestand aus einer schon lange ersehnten Antwort auf unsere Anfrage, den Weg vor dem Fußballplatz des Camps endlich begehbar machen zu können. Dieser Weg verbindet einen Teil des äußeren Camp-Bereichs mit der Hauptstraße und führt dabei an dem Sportplatz vorbei, den wir für unsere Vial-Games nutzen. Da vor einigen Monaten Hang aufwärts ein Rohr gebrochen ist und dieser Schaden erst vor ein paar Tagen behoben wurde, glich der Weg für fast ein Jahr einem wirklich ekelhaften Sumpfgebiet. Es stank grausam nach menschlichen Fäkalien und die Kinder waren einer massiven Gefahr ausgesetzt, dass hier eine böse Krankheit ausbrechen könnte. Wir haben drei Wochen dafür gekämpft, den kontaminierten Schlamm abtragen und die Fläche anschließen mit Schotter auffüllen zu können. Die entstehenden Kosten sollten durch unseren Verein getragen werden. Da wir am Freitag von der Campleitung endlich die Zusage für unser Vorhaben bekommen hatten, machten wir uns gemeinsam mit zwei anderen Volunteers auf den Weg das Material sowie das nötige Werkzeug zu besorgen. Einer der uns begleitenden Volunteers ist ein hier aufgewachsener Grieche gewesen, wodurch wir bis zum Mittag alle Besorgungen erledigt hatten und schon am Nachmittag mit der Umsetzung anfangen konnten. Die Campbewohner waren begeistert von unserer Arbeit, strahlten über beide Ohren und bedankten sich von ganzem Herzen. Genau das sind die Resonanzen, die wir mit Travel for Smiles durch unsere Spenden erzielen wollen. Am Samstag konnten wir unser Projekt abschließen und hätten nicht stolzer auf das Geschaffte sein können. Durch eure finanzielle Unterstützung konnten wir hier sowohl für die eh schon leidgeprüften Campbewohner, als auch für alle anderen Beteiligten einen wirklich positiven Beitrag leisten!

Mehr über dieses Projekt findet ihr im Post „ZAHLLOSE STRAHLENDE GESICHTER„.

Als wir am Samstagabend mit einem Großteil der Volunteers zu einem riesigen und äußerst leckeren Barbecue zusammen kamen, konnten wir alle auf eine sehr ereignisreiche und erfolgreiche Woche anstoßen. Hoffentlich hält auch die nächste Woche ein paar unerwartete Überraschungen bereit und wir können durch eure uns zur Verfügung gestellten Mittel den Menschen weiterhin das ein oder andere Lächeln ins Gesicht zaubern.[:en]DAY 7 – DAY 13: BIG LANDING AND A NEW TASK

The Sunday and therefore our first free day here on the island, we spent in the area Chios city, because we had registered for the „on call“ teams and thus could be called at any time to a landing. In the afternoon we drove together with another volunteer to a bay,about 20 minutes away to have a swim, and on the way back we stopped in the small village of Pyrgi. Pyrgi is a very nice old town, which has its own charm and since we had to pass it directly, we couldn’t resist having some ice cream. All in all, it was a very relaxing Sunday. At the end of our three-week stay in Chios we will give you a small impression of the island in its own blogentry and report in detail about our three free Sundays.

The work week was shaped by three events in particular. On Tuesday we were once again registered for the „On Call“ team and were unexpectedly alerted in the morning at 9:40 for a landing. A French ship of the FRONTEX had picked up a small boat with 67 persons between Samos and Chios and was on the way to the port of Chios. The team of 8 people on duty together with us hurried to the arrival of the FRONTEX ship and made all the necessary preparations to be able to provide the refugees with the best possible after their arrival. Although we had to wait for the ship with the refugees for 1.5 hours, because the journey was extremely long, fortunately the arrival of the refugees turned out to be very lucky and they survived the crossing unscathed except for a few wet feet. The distribution of the clothes and food went smoothly and the 35 children quickly created a good mood with their bright behavior. Among them were a 27-day-old and another 3-month-old baby. Due to the high number of new arrivals, the bus, which brings the refugees to the camp for registration, had to drive back and forth three times. Since a return trip takes more than an hour in total, the bus driver decided to take his lunch break after two trips. We were also informed that the remaining refugees would not receive food until the next day due to their later arrival at the camp. This brought us to the decision to get three giant pizzas for the remaining newcomers, on behalf of Travel for Smiles, so our guests would not have to go to bed hungry. This donation will be reported in more detail in the blog „MORE SMILES FOR CHIOS„. After the lunch break, the bus was more than reliable even 15 minutes ahead of time, so finally everyone was able to register at the camp and we could start restocking the camp to the desired amount of food and clothes. The landing with preparation and follow-up lasted a full 8 hours, which meant that after the refill of the inventory, we called it a night. Of course, we stayed on call till 8:30 am until the next morning. Fortunately, the rest of the 24h shift was calm and uneventful.

A very important decision was made on Wednesday afternoon when we teamed up with Toula to decide whether to design and populate the new CESRT website. Since we are currently enough volunteers to keep all the projects going and it seemed clear how important a good and up-to-date website is, we soon agreed that the old one had to be brought up to speed. In order to put the plan into action as quickly as possible, we drove to the Language Center on Thursday after the morning meeting, because there you have access to the Internet. Luca spent the entire morning finding a suitable layout and I tried to gather the first important information to fill the page. The day was extremely successful, so in the evening the structure of the website was finished and we knew who to talk with about each topic. The Friday turned out to be a big surprise for us, which ended up keeping us busy on Saturday, so we can only continue working on the website on Monday and have to be quick to be done in time for our departure.

The surprise that came to us on Friday was a long-awaited response to our request to make the path in front of the football pitch at the camp finally accessible. This path connects part of the outer camp area with the main road, passing the sports field we use for our vial games. Since a few months ago, up the slope a pipe broke and this damage was corrected only a few days ago, the path was like a really disgusting wetland for almost a year. It stank cruelly of human fecal matter and the children were exposed to a massive threat that could cause a nasty disease. We fought for three weeks to remove the contaminated sludge and fill the area with gravel. The resulting costs should be borne by our association. Since we had finally received the approval for our project on Friday from the camp administration, we set off together with two other volunteers to get the material and the necessary tools. One of the accompanying volunteers was a Greek who grew up here, which meant that we had all errands done by noon and were
able to start implementing them in the afternoon. The campers were enthusiastic about our work, beaming with joy and thanking us wholeheartedly. This is exactly what we try to achieve with Travel for Smiles through our donations. On Saturday we were able to complete our project and could not have been more proud of the results. Thanks to your financial support, we were able to make a really positive contribution to the already long-suffering camp residents as well as to all the other participants!

More about this project can be found in the post „NUMEROUS BEAMING FACES„.

When we got together with a large part of the volunteers on Saturday evening for a huge and extremely delicious barbecue, we could all toast to a very eventful and successful week. Hopefully the next week will bring some more unexpected surprises and we can continue to put a smile on people’s faces with your help.[:]

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