Tag 2 und 3 auf Chios: Unerwartet aufregende erste Tage

von | Okt 25, 2018 | Blog, Freiwilligen Arbeit | 2 Kommentare

[:de] 

Unser Tag begann am Dienstag den 23.10.2018 sehr harmonisch. Bei der morgendlichen Besprechung hatten wir uns wie angekündigt für die Calls gemeldet und standen zum Schluss als Back-Up-Call auf der Liste. Zusätzlich hatten wir uns für die „Vial-Games“ entschieden was uns zuvor von anderen Freiwilligen sehr ans Herz gelegt worden war. Die „Vial-Games“ finden einmal täglich von 11-12:30 Uhr auf dem kleinen Fußballfeld direkt neben dem Flüchtlingscamp statt. Sie stellen die einzige regelmäßige Beschäftigung für die Kinder dar. In einem kleinen Kaffee direkt um die Ecke der Zentrale besprachen wir das Entertainment-Programm und machten uns kurz danach auf den Weg.

Vor dem Flüchtligscamp angekommen kamen bereits die ersten Kinder auf uns zu gestürmt und sprangen einigen der bereits öfter da gewesenen Freiwilligen in die Arme. Sogar wir wurden von einigen mit Umarmungen begrüßt, obwohl wir noch nie da gewesen waren. Auf dem kleinen Platz versammelten sich um die 20 Kinder, die freudig darauf warteten von uns bespaßt zu werden. Wir sangen einige Kinderlieder, tanzten und spielten Spiele wie „Duck-Duck-Goose“ was den Kindern großen Spaß bereitete.

Im Anschluss war es Zeit für die „free-Games“. Hier wurden eine Vielzahl an Spielsachen und Bällen ausgeteilt, was zur Folge hatte, dass links und rechts Bälle, Frisbees und Springseile an einem vorbei flogen.  Es wurde alles ein bisschen unübersichtlich aber blieb sehr friedlich, gerade auch weil die Kinder nicht alleine spielten sondern sich gegenseitig mit einbezogen. In einer Ecke des Platzes war eine große Plane ausgelegt auf der die Jüngeren mit Fingerfarben malen konnten. Das Ergebnis seht ihr im Beitragsbild. Wir beide hatten großen Spaß mit den Kleinen und es sollte nicht das letzte mal gewesen sein, dass wir sie besuchten.

Den Rest des Tages verbrachten wir im „Warehouse“ und sortierten Kisten von A nach B. Hier erfuhren wir auch, dass auf Grund eines Problems mit der Registrierung unseres Autos, leider nur einer von uns in dem Back-Up Team für die Nacht bleiben konnte. Costas, ein erfahrener Freiwilliger mit Auto, bot sich an einen unserer Posten zu übernehmen und so war es seine Aufgabe, zusammen mit Luca die Nacht auf Alarmbereitschaft zu sein. Gegen 17 Uhr machte die gesamte Mannschaft geschlossen Feierabend und wir begaben uns in eine nahe gelegene Bar, in der wir gutes W-Lan hatten, um an der Internetseite zu arbeiten.

Einige von euch haben vielleicht den Knopf oben rechts auf der Internetseite bereits bemerkt. Wir sind fleißig dabei alles zu übersetzen und haben bereits um die 50% geschafft! Falls jemand von euch des Deutschen und Englischen besonders gut mächtig ist und uns unterstützen möchte indem er oder sie den ein oder anderen Blog-Eintrag von Zeit zu Zeit übersetzt, kann sich gerne mit uns per mail an travelforsmiles2018@gmail.com in Verbindung setzen. Wir freuen uns über jede Hilfe ! 😊

Gegen frühen Abend legten wir uns schlafen, auch damit Luca auf eine kurze Nacht vorbereitet war.

Es war noch kalt, als der extra dafür gewählte Alarm uns um 4:30 Uhr aus dem Schlaf riss. Auf Grund eines Problems mit der Registrierung unseres Autos, konnte leider nur einer von uns in dem Back-Up Team für die Nacht bleiben. Costas, ein erfahrener Freiwilliger mit Auto, bot sich an und so war es seine Aufgabe, zusammen mit Luca, auf den „Call“ zu reagieren. Durch die WhatsApp-Gruppe wurden wir informiert, dass es sich um ein „Beach-Landing“ handelte und somit das gesamte Team plus Back-up ausrücken musste. Wir brauchten rund 20 Minuten um aus unseren Betten zu springen, Westen, ID-Batches und Kopflampen zu schnappen, unsere Partner zu finden und zum „Warehouse zu fahren. Dort befindet sich der „Car-Stock“, die vorgefertigten Pakete mit Kleidung, Jacken und Verpflegung, die bei einem Beach-Landing dringend benötigt werden, um Zeit zu sparen.

Es war eine angespannte aber gezielte Koordination mit der wir die Sachen in die Autos verräumten. Als Standort für unseren Einsatz bekamen wir ein paar WhatsApp-Koordinaten geschickt, die sich eine halbe Stunde von uns entfernt befanden. Gesammelt stiegen die drei Teams vor Ort in die Autos und fuhren so schnell es die kleinen kurvigen Straßen von Chios erlaubten Richtung „landing-spot“. Zu diesem Zeitpunkt wusste keiner was uns erwarten würde.

Aus der Ferne erkannten wir bereits einige sitzende Menschen am Ufer eines kleines Fischerhafens. Drei Personen standen aufrecht ein Stück entfernt der Gruppe und stellten sich beim nähern als Polizisten heraus. Wir stiegen aus den Autos und folgten den Anweisungen von „Alpha“, in diesem Fall Emma, eine Freiwillige die bereits seit mehreren Monaten für die Organisation arbeitet. Nach dem entladen der Autos und dem Sortieren der Kleidung nach Größe verteilten wir zügig Decken an jeden einzelnen. Zu diesem Zeitpunkt trafen auch die Mediziner ein und wir bekamen die Anweisung uns erst einmal aus dem Geschehen zurück zu ziehen, damit wir nicht im Weg waren.

Jetzt standen auch wir ein kleines Stück abseits der Menschen, die in finsterer Nacht den gefährlichen Weg aus der Türkei zu unserer kleinen Insel eingegangen waren. Es handelte sich lediglich um vier Männer und acht Frauen mit im Schnitt jeweils einem Kind, was eine kleine Gruppe darstellte, wurde uns im nachhinein gesagt.

Nach dem alle von einem Mediziner in Augenschein genommen wurden, konnten wir uns wieder an die Arbeit machen. Alle bekamen ein Paket mit Kleidung, dass mehr oder weniger ihrer Größe entsprach und einige assistierten beim wechseln der doch teilweise durchnässten Kleidungsstücke. Wir Männer hielten Tücher hinter denen sich die Männer umziehen konnten und unsere weiblichen Freiwilligen halfen den Frauen hinter ein paar parkenden Autos in ihre trockene Kleidung. Die Familien aus dem Irak, die sich alle untereinander kannten, wie uns später erklärt wurde, kümmerten sich selbstständig um ihre Kinder. Lediglich bei ein oder zwei halfen die Mediziner, da dieses uns nicht gestattet ist. Zusätzlich verteilten wir „Emergency-Blankets“, die aus einer Art Aluminium bestehen und die Körperwärme sehr gut halten, an alle denen im Anschluss noch kalt war.

Der Umgang mit den Flüchtlingen war sehr freundlich und man konnte ihnen sogar das ein oder andere Lächeln abgewinnen. Knappe zwei Stunden nach unserem Aufbruch waren bereits alle versorgt und „Alpha“ schickte uns bis auf eine Freiwillige zurück nachhause. Alle waren sehr zufrieden mit der Arbeit. Es war gut, dass ein sehr kleines „Landing“ war und alle gut versorgt werden konnten, bevor sie ins Camp gebracht wurden.

Im Anschluss wurden übrig gebliebenen Sachen zurück zum Startpunkt gebracht, alle fuhren in ihre Unterkunft, frühstückten etwas und trafen sich gemeinsam mit der kompletten Mannschaft wieder um 8:30 Uhr.[:en]Our day on tuesday the 23rd of october started very harmonious. As discussed, at the morning briefing we signed up for the Calls and finally ended up on the list as Back-Up-Call. Additionally, we decided on the „Vial-Games“, a recommendation of other volunteers. The „Vial-Games“ take place once a day from 11 am till 12.30 pm on the small soccerfield direclty next to the refugee camp. These games are the only regular activity for the children. In a small coffeeshop right around the corner of the facility, we discussed the entertainment-program and shortly after took off.

As we arrived at the refugee camp the first children were already running towards us and excitedly embraced the volunteers they already knew. Even we got a few hugs, eventhough they’ve never seen us before. Around 20 children gathered on the small field, ready to be entertained by us. We sang plenty of children songs, danced and played games like „Duck-Duck-Goose“, which the kids seemed to enjoy a lot.

After that it was time for the „free-Games“, where they offer a ton of toys and balls to play with, which had the effect that balls, frisbees and skipping ropes were thrown left and right. Everything got a tad chaotic but stay overall calm, especially cause the kids weren’t playing alone but looking out for each other. In one corner of the field a large cover was laid out, on which the younger ones were able to experiment with finger paint. You can see the result in the picture attached to this post. We both had plenty of fun with the little ones and it wasn’t going to be the last time we spent time with them.

The rest of the day we spent in the warehouse organizing boxes. This is where we also found out that due to an issue with our car registration only one of us would be able to spent the night with the Back-Up team. Costas, an experienced volunteer with a car, offered to take over the position, so that him and Luca were on stand by for the night. Around 5 pm the entire team ended the work day together and we headed to a close-by bar with good internetconnection to work on our website.

A few a you might have nothiced the new button in the uppercorner of the website. We are working on translating the entire page and got around 50% done already! If one of you is fluent in english and german, and would like to, it would be of great help to have one or two blog entries translated every now and then! You can get in contact with us over email at travelforsmiles2018@gmail.com. We appreciate the support! 🙂

We went to bed early that evening, especially since it was going to be a short night for Luca.

It was still cold, when the alarm went off at 4.30 am and ended our sleep abruptly. As we told you earlier, because of issues with the car, Costas was going to be on „call“ with Luca this night. Through the WhatsApp-group we got informed that we were dealing with a „Beach-Landing“ ,which made it necessary for the entire team plus back-up to respond. We needed around 20 Minutes to jump out of our beds, put on vests, ID-batches and headlamps, find our partner and head to the warehouse. This is where the „Car-Stock“ is gathered. The prepared packages with clothes, jackets and food and highly important for a Beach-Landing to save time.

The mood was tense but the coordination was very focused as we put the things in the car. To find the location for our operation, they’ve sent us a few WhatsApp coordinates, which were around half an hour away from us. Together the three teams got in their cars and we headed to the landing-spot on chios small and cury streets. At this point none of us knew what to expect.

From the distance we could already a few people sitting on the shore of a small fishing harbour. Three more people were standing a few meters away from the group, which turned out to be police officers. We got out of our cars and followed the instructions of the „Alpha“, in this case Emma, an experienced volunteer who has been helping since a few months already. After emptying the car and sorting the clothes for different sizes, we quickly handed out blankets for each and everyone. This is when the medical team arrived and we were instructed to stay back, so we wouldn’t be in anyones way.

Now we were too, standing a few meters aways from the group, that chose this dangerous way from turkey to our little island in this pitch-dark night. It turned out to be four men and eight women, each one child with them; a small group, as we were told later.

After everyone got examined by the medical team, we were able to continue our work. Everyone got a package more or less matching their size and we helped them get out of soaky clothes. Us guys held up covers to help the men change, while the female volunteers helped the women behind a few cars, into dry clothes. The families from Irak, who knew each other, as we found out later, took care of their children themselves. Only the medical team helped with one or two, since we are not allowed. Afterwards, we gave out emergency blankets, with a kind of aluminum worked in to them, to help those get warm that were still cold.

The interactions with the refugees were very friendly and we even managed to get a few smiles here and there. Two hours after our departure everyone was taken care of and „Alpha“ sent everyone, except one volunteer back home. We were all very satisfied with our work. Gladly, this was a very small „Landing“ and we were able to provide for everyone, before bringing them into the camp.

After this, all remaining things were brought back to the starting point, everyone got back to their quarters, had a quick breakfast and reunited with the entire team around 8.30 am.[:]

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2 Kommentare

  1. Valentina Celahmetovic

    I embrace each one of you. You are amazing! <3

    Antworten
    • Luca Toboll

      You are too my love <3

      Antworten

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