Tag 1 auf Chios – Ankunft bei CESRT

von | Okt 22, 2018 | Blog, Freiwilligen Arbeit | 2 Kommentare

Das war er nun also, der erste Tag in Chios bei CESRT, Chios Eastern Shore Response Team.

Nachdem wir Lucas Geburtstag auf den 21ten reingefeiert hatten, entspannten wir noch ein paar Stunden an einem kleinen abgelegenen Strand außerhalb von Athen. Im Anschluss kämpften wir uns am frühen Sonntagabend dann durch das erstaunlich hohe Verkehrsaufkommen Athens zu unserer Fähre am Hafen. Hier dauerte es dann noch einmal eine kleine Ewigkeit bis man uns auf die Fähre lies, da weder das Auto, was wir aus Deutschland nach bestem Gewissen angemeldet hatten, noch unsere Studetenausweise zu unseren Tickets akzeptiert wurden. Zwei Stunden später und zusätzliche 122 Euro leichter befanden wir uns dann schließlich auf der Fähre Richtung Chios. Die 8 1/2 stündige Fahrt verbrachten wir mit einem deutschen Pärchen, dass ein ähnliches Schicksal wie wir mit ihrem VW Camper erfahren hatten. Nach der einen oder anderen ungemütlichen Minute Schlaf, erreichten wir endlich die kleine griechische Insel, nur 30 Kilometer vor der türkischen Küste. Wir schliefen noch zwei, wesentlich bequemere Stunde in unserem Auto und liefen dann um 8:30 Uhr vor dem „Warehouse“ der Organisation auf. Hier hatte sich bereits die gesamte Mannschaft, bestehend aus rund 30 Leuten versammelt, um die alltägliche Lagebesprechung durchzuführen.

Nach einer kurzen Vorstellung unsererseits an alle, wurden die Aufgaben für den Tag vergeben. Hierbei wurde niemand einfach eingeteilt, sondern die Leute meldeten sich auf freiwilligen Basis für die einzelnen Aufgabenbereiche. Wir vielen ungefragt in die Kategorie „Training“, was für uns aber voll kommen okay war 🙂

Zusammen mit zwei Irinnen bekamen wir von der Gründerin Toula die erste Einleitung in den Arbeitsablauf der Organisation. CESRT arbeitet eng mit der Polizei, dem Militär und Ärzten auf der Insel zusammen. Es stellt als einzige Kraft die Erstversorgung der neu ankommenden Flüchtlinge mit trockener Kleidung, Wasser und Essen sicher. Hierzu sind jeden Tag drei „On-Call“- und ein Backup-Team à zwei Leuten eingeteilt die 24 Stunden Bereitschaftsdienst haben. Bei einem „Landing“ wird man über WhatsApp benachrichtigt und fährt zusammen mit den anderen Teams zum Hafen um alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, sodass eine schnellstmögliche Versorgungen der zum Teil durchnässten und verängstigten Männer, Frauen und Kinder gewährleistet ist. Da nicht immer viel Zeit oder im Gegenteil manchmal auch Ewigkeiten vergehen bis die Menschen zur Registrierung in das nahe gelegene Flüchtlingscamp gebracht werden, muss man auf jede Situation vorbereitet sein. Wir haben uns dazu entschlossen morgen ein „On-Call“-Team zu stellen und werden euch dann genauer über unsere Erfahrung berichten.

Nachdem uns die sehr professionelle Struktur im Ansatz erklärt wurde, packten wir bei der Sortierung der gespendeten Kleidung mit an. Es war wichtig das Warenhaus bereit für den Winter zu machen, die Boxen mit Kleidung zu checken und neu zu beschriften, da die Organisation im Winter chronisch unterbesetzt ist und dann alles gut organisiert laufen muss.
Nicht zu vergessen entluden wir auch unseren Dachkoffer der bis zum Rand mit euren Kleidungsspenden gefüllt war. Vielen Dank an alle von euch die mit Ihren Sachen sicher gestellt haben, dass die Menschen im Vial-Flüchtlingscamp im Winter warm eingepackt sind!
Abend fuhren wir dann mit einem der drei „Alphas“, sie sind für die Koordination des gesamten Ablaufes und auch jeweils einer bei den „Landings“ die Ansprechpartner für uns, zur Polizeiwache. Hier ließen wir uns offiziell registrieren um in diesen, doch teilweise sehr hektischen und rechtlich komplizierten Einsätzen, von den Beamten erkannt werden zu können.

Jetzt ist es also offiziell. Wir sind für die nächsten drei Wochen Teil von CESRT!
Wir halten euch auf dem laufenden und sind gespannt auf die nächsten Tage.

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2 Kommentare

  1. Anonymous

    Hallo lieber Luca und Freunde,
    wir haben Riesenrespekt vor dem, was ihr da unentgeltlich und so voller Enthusiasmus tut! Das lässt einen doch daran glauben, dass es noch nicht so schlecht um unsere Welt bestellt ist, wie manch einer denken mag…
    Wir sind in Gedanken bei euch, passt auf euch auf, fühlt euch umarmt und kommt gesund wieder zurück!
    Viele liebe Grüsse
    Angelika und Joachim Lange +
    Lukas, Karsten und Sophia

    Antworten
    • Luca Toboll

      Hey ihr Lieben,

      tut mir Leid, dass eine Antwort so lange hat auf sich warten lassen aber glaubt nicht eure Nachricht hätte uns nicht von Herzen gefreut.
      Wir glauben absolut nicht, dass es um unsere Welt so schlecht bestellt ist, wie es manchmal durch die Medien und unsere Vorurteile scheinen mag. Genau deswegen ist uns diese Reise auch so wichtig, um uns ein eigenes Bild von den Dingen zu machen und da an zu packen, wo Hilfebedarf herrscht. Wir wollen nicht zwischen dem Leid der Menschen unterscheiden oder eine politische Agenda dahinter haben, deswegen haben wir den einheimischen auf Chios genauso geholfen, wie den Asylsuchenden. Unsere Reise ist dazu bestimmt unvoreingenommen die unterschiedlichen Kulturen kennen zu lernen und den Menschen, denen wir helfen können, ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern. Wir glauben hinter all den Grenzen und Schubladendenken in der Welt, vergisst man oft, dass es so viel mehr Dinge gibt, die uns alle verbinden, als Dinge, in denen wir uns unterscheiden. Mit all den Menschen, die wir bisher auf unserer Reise kennen lernen durften, haben wir ausschließlich positive Erfahrungen gemacht. Wir sind sicher, dass dies auf unserer Reise so bleiben wird.
      To be continued…^^

      Liebe Grüße in die Heimat und danke für die netten Worte 🙂
      Mit einem Lächeln
      Luca und Dominik

      Antworten

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