Als Volunteer bei der New Light Organisation

von | Jun 13, 2019 | Blog, Freiwilligen Arbeit | 0 Kommentare

[:de]Die vierte und letzte von uns im Vorfeld herausgesuchte Organisation bei der wir als Volunteers arbeiten wollten, ist die New Light Organisation in Kolkata, Indien, gewesen. Seit ihrer Gründung im Jahr 2000 widmet sich diese NGO den unzähligen Frauen, die sich im Rotlichtmilieu Kolkatas durchs Leben kämpfen und zu meist durch eine erschütternde Lebensgeschichte gezeichnet sind. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Regionen Süd-Ost Asiens und wurden in den meisten Fällen von ihren Vätern, Brüdern oder Ehemännern an Menschenhändler verhökert, um dann als Sexsklaven gewinnbringend an Bordellbesitzer in ganz Indien oder auch Thailand weiterverkauft zu werden. Da die Frauen ab diesem Zeitpunkt den Stempel als Prostituierte nicht mehr los werden, ist für sie eine Rückkehr in ein normales Leben mit ihrer ehemaligen Familie keine Option mehr. New Light hat sich zur Aufgabe gemacht eben diesen Frauen einen Zugang zu Bildung zu verschaffen, sie medizinisch zu versorgen und ihnen sowie ihren Kindern einen Zufluchtsort zur Verfügung zu stellen, damit sie alle vielleicht eines Tages doch wieder ein Leben unter halbwegs würdevollen Bedingungen führen können. Zwei Heime für Mädchen sowie ein Heim für Jungs werden inzwischen von New Light geführt und eine gute schulische Bildung spielt für sie auch bei den Kindern eine wichtige Rolle, um zu verhindern, dass sie eines Tages ebenfalls Opfer des Menschenhandels werden.

Luca hat sich gemeinsam mit Valentina von Bangladesch aus direkt in den Urlaub verabschiedet, sodass ich die zweieinhalb Wochen in Kolkata allein volunteert habe.  Er wollte aber natürlich immer auf dem Laufenden gehalten werden und es war ihm anzumerken, dass er diese Erfahrung gerne mit mir zusammen gemacht hätte.

Meine ersten Tage verbrachte ich damit die unterschiedlichen Projekte der Organisation kennen zu lernen. Zeitgleich mit mir fing glücklicherweise Charlie, ein 25-jähriger Volunteer aus den USA, an, sodass wir uns gegenseitig helfen konnte das Erlebte zu verarbeiten. Wir sollten während der folgenden Wochen viel Zeit miteinander verbringen woraus letztendlich eine Freundschaft entstand. Das Hauptaugenmerk unserer Arbeit legten wir auf das Heim für die Jungs, was etwa eine Stunde südlich unserer Wohngegend gelegen war. Leider glich die Hin- und Rückfahrt einer Odyssee, wovon wir uns die gemeinsame Zeit mit den etwas über 20 Jungs im Alter zwischen fünf und achtzehn Jahren nicht verderben ließen. Neben diesen ereignisreichen und unterhaltsamen Stunden hatten wir durch die Zusammenarbeit New Lights mit der in den Sunderbans tätigen Organisation Sundarban Green Environment Association die Möglichkeit drei Nächte auf der Insel Kumirmari im Ganges-Delta verbringen zu können.

Um die circa 80 Kilometer ins Hinterland West-Bengalens zu bewältigen, mussten wir jeweils eine Stunde Zug und Bus fahren, um dann abschließend noch dreieinhalb Stunden über die verzweigten Flussarme zu schippern. Ohne die Hilfe von Pandabesch, den Gründer der Sundarban Green Environment Association und meinem persönlichen Helden des Ganges-Deltas, hätten wir den Weg vermutlich nie gefunden. Es sollten für mich mit die abenteuerlichsten und außergewöhnlichsten Tag der Reise werden. Am Morgen des zweiten Tages unseres Aufenthalts verteilten wir an etwa 15 Dorfbewohner Solarsysteme, die DINA 4 Blatt große Panels sowie eine Lampe mit integriertem Akku enthielten, und besuchten am Nachmittag drei dieser Familien. Die spartanischen Behausungen der Dorfbewohner waren schlimmer als wir es erwartet hatten und führten uns eine Seite von Indien vor Augen, die wir bislang noch nicht gesehen hatten. Den nächsten Tag, der mit meinem Geburtstag zusammen viel, verbrachten wir damit die zwei Highschools der Insel zu besuchen. Zur Dämmerung hatten wir dann noch die Chance einen der Küstenabschnitt anzuschauen, an dem Pandabesch mit seinen Volunteers im Vorjahr mehrere Tausend Mangroven gepflanzt hat. Seine Arbeit ist wirklich inspirierend und ließ mich am folgenden Tag auf der Heimfahrt nach Kolkata nicht los.

Zurück bei New Light vergingen die letzten Tage wie im Flug. Zusammen mit Charlie organisierte ich eine Spende für das Heim der Jungs und wir versuchten so viel Zeit wie möglich mit ihnen zu verbringen.

Um eine ganz besondere Erfahrung und viele Freunde reicher habe ich mich am 5. April auf den Weg nach Siam Reap gemacht, um von dort aus gemeinsam mit einer langjährigen Freundin durch Kambodscha und Vietnam zu reisen, bevor es am 25. April auch für mich zurück in die Heimat gehen wird. [:en]The fourth and last organization we picked out in advance to work as volunteers at was the New Light Organization in Kolkata, India. Since its founding in 2000, this NGO has been dedicated to the countless women who are struggling through life in Kolkata’s red-light milieus, most of whom are marked by a harrowing life story. They come from the most diverse regions of south-east Asia and were in most cases hijacked by their fathers, brothers or husbands to traffickers, and then sold as sex slaves profitably to brothel owners throughout India or even Thailand. Once these women are labeled as prostitutes, a return to a normal life with their former family is no longer an option.

New Light’s mission is to give these women access to education, provide them with medical care, and provide them and their children with a shelter so that they all may someday be able to have a life in reasonably dignified conditions. Two homes for girls and a home for boys are now run by New Light, and good education also plays an important role in helping children avoid being trafficked.

Luca and Valentina left Bangladesh to start their holidays, so I volunteered on my own for the two and a half weeks in Kolkata. But of course he always wanted to be kept up to date and I sensed that he would have liked to have this experience with me together.

My first days were spent getting to know the different projects of the organization. Charlie, a 25-year-old volunteer from the US, happily started coinciding with me, so we could help each other throughout the experience. We spent a lot of time together during the following weeks, which eventually formed a friendship. The main focus of our work was placed on the home for the boys, which was located about an hour south of our residential area. Unfortunately, the trips back and forth were an odyssey, which did not spoil our time together with just over 20 boys between the ages of five and eighteen. In addition to these eventful and entertaining hours, through the cooperation of New Lights with the Sundarban Green Environment Association operating in the Sunderbans, we had the opportunity to spend three nights on the island of Kumirmari in the Ganges Delta.

In order to cover the approximately 80 kilometers into the hinterland of West Bengal, we had to drive for one hour each by train and bus, and another three and a half hours over the branched river arms by boat. Without the help of Pandabesch, the founder of the Sundarban Green Environment Association and my personal hero of the Ganges delta, we probably never would have found the way. For me, it was the most adventurous and most extraordinary day of travel. On the morning of the second day of our stay, we distributed to about 15 villagers solar systems containing DINA4-sheet panels and a built-in battery, and visited three of these families in the afternoon. The spare dwellings of the villagers were worse than we expected, and showed us a side of India that we had not seen before. The next day, which was also my birthday, we spent a lot of time visiting the island’s two high schools. At dusk, we had the chance to look at one of the coastal areas where Pandabesch and his volunteers planted several thousand mangroves in the previous year. His work is really inspiring and I wasnt able to stop thinking about him on the way home to Kolkata.

Back at New Light, the last few days passed quickly. Together with Charlie I organized a donation for the boys‘ home and we tried to spend as much time as possible with them.

With a very special experience and many new friends I was on my way to Siam Reap on April 5th, to travel from there with a longtime friend through Cambodia and Vietnam, before returning home on April 25th.

 

 [:]

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